Vorstand des Engadin Skimarathon macht Platz für Reorganisation

Der Vorstand des Vereins Engadin Skimarathon tritt nach der Austragung 2016 geschlossen zurück. Er will einer an der gestrigen Vereinsversammlung beschlossenen Änderung der Vereinsstatuten nicht im Wege stehen. Die Statutenänderung war ohne den Vorstand entworfen und gegen den Rat des Vorstandes beschlossen worden.

Mit 26 zu 10 Stimmen beschloss die Generalversammlung des Vereins Engadin Skimarathon am Mittwoch eine Statutenrevision. Sie sieht unter anderem vor, dass die bewährte Organisation mit Generalversammlung, Vorstand, Ausschuss und Organisationskomitee durch ein System ohne den stark praxisorientierten Ausschuss ersetzt wird. Die neuen Statuten waren von einer Gruppe von Skiclubvertretern unter Ausschluss des Vorstandes entworfen worden. Für den Vorstand des Engadin Skimarathon war dies ein klares Misstrauensvotum. Er zieht die Konsequenzen und wird in dieser Formation noch die Austragung 2016 bestreiten, um anschliessend geschlossen zurückzutreten.

«Wir haben vor der Versammlung deutlich gemacht, dass wir nicht gegen Veränderungen an sich sind. Die neuen Statuten zeigen aber nicht auf, welche Verbesserungen damit für die Veranstaltung erzielt würden. Grosse Fragezeichen werfen vor allem die Finanzierung und die praktische Umsetzung auf», erklärt OK-Präsident Ivo Damaso. «Der Vorstand kann die Verantwortung für diesen komplexen Anlass unter diesen Vorzeichen nicht mehr tragen.»

«Der Entscheid ist uns sehr schwer gefallen. Das eingespielte Team aus Vorstand und Sekretariat sowie OK und Voluntaris hat in den letzten Jahren gezeigt, was in den bewährten Strukturen alles erreicht werden kann», führt OK-Präsident Ivo Damaso weiter aus. «Unsere positiven Ergebnisse reichen aber offenbar nicht aus, um das Vertrauen der Trägerschaft zu halten. Es scheint an der Zeit, einer neuen Crew und neuen Abläufen Platz zu machen, welche die Erfolgsgeschichte des Engadin Skimarathon weiterschreiben will. Die wirtschaftlichen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft wurden in letzten Jahren gestellt.»

Die Vorbereitungsarbeiten im Hinblick auf den Engadin Skimarathon 2016 laufen unterdessen reibungslos – alle wesentlichen Aufgabenbereiche sind im Plan. «Die Diskussionen über die Vereinsstatuten dürfen die Arbeit für den Lauf nicht stören» betonte Ivo Damaso. «Zusammen mit allen Beteiligten wird der Vorstand alles daran setzen, 2016 einen perfekten ‘Engadiner‘ zu organisieren. Wir sind ein starkes Team und lieben, was wir tun.»

Gesunde Bilanz

Die Vereinsversammlung nahm gestern auch die Jahresrechnung 2014/2015 ab, welche mit einem Reinverlust von rund 73'000 Franken abschliesst. Die Sonderaufwände für den neuen Gesamtauftritt mit Corporate Design, Sponsoringkonzept und Kommunikation, eine notwendige Wertberichtigung auf Forderungen und leichte Mindereinnahmen im Sponsoring führten zu diesem Verlust. Der Verein löste 50'000 Franken an Reserven auf und aktivierte rund 140'000 Franken der getätigten Investitionen in den neuen Auftritt.

«Dieser Reinverlust ist weder überraschend noch beunruhigend», konstatierte dazu der scheidende Finanzchef Geni Suter. «Der Engadin Skimarathon hat eine gesunde Bilanz; in den vergangenen Jahren konnten Reserven geschaffen werden, um Investitionen wie diesen Neuauftritt zu finanzieren.»

Loipen Engadin präsentierte einen guten Abschluss: Die Mindereinnahmen vom Dezember konnten im Februar und März dank guten Loipenbedingungen und Verkaufszahlen fast kompensiert werden. Den Gemeinden wurden für ihre Aufwendungen rund 340'000 Franken ausbezahlt. Der Engadin Skimarathon bedankte sich bei allen Gemeinden für ihren Einsatz und die Bereitstellung eines einwandfreien Loipennetzes. Auch Loipen Schweiz, welche aufgrund der Loipenkilometer im Oberengadin jährlich einen grossen finanziellen Beitrag leisten, gebührt ein grosser Dank.

Trotz der Diskussionen um die künftige Organisationsstruktur sieht OK-Präsident Ivo Damaso die Zukunft des Engadin Skimarathon optimistisch: «Die Zahlen der gesamten Langlaufbranche und das weiter wachsende Gesundheitsbewusstsein in der Gesellschaft zeigen, dass Langlauf auch in den kommenden Jahren im Trend liegt. Der Engadin Skimarathon hat weiterhin grosses Potenzial.» Auch im internationalen Vergleich steht der Engadin Skimarathon gut da: Während andere «Worldloppet»-Rennen im vergangenen Winter ein Minus bei den Teilnehmerzahlen hinnehmen mussten, konnte der Engadin Skimarathon seine Vorjahreszahlen bestätigen. Dafür verantwortlich ist nicht zuletzt der hohe Qualitätsstandard des Engadin Skimarathon. «In Sachen Qualität spielt der Engadin Skimarathon durch die Professionalisierung eine Vorreiter-Rolle. Um diese zu halten, muss gerade in finanzstarken Jahren in die Zukunft investiert werden.»

Im Rahmen der Vereinsversammlung wurde Geni Suter, Chef Finanzen, nach 29jähriger Tätigkeit im Vorstand des Engadin Skimarathon gebührend verabschiedet. Er hat während seiner Zeit beim ‘Engadiner‘ viel Herzblut und Energie für den Anlass eingebracht. Seine Nachfolge ist noch vakant. Ebenfalls aus dem Vorstand verabschiedet wurde Claudio Duschletta, Vertreter der Skiclubs und Chef Voluntaris. Seine Position wird Beat Gruber, Skiclubpräsident Celerina, einnehmen. Luigi Massé, welcher als Chef Ziel Pontresina amtete, wird durch Jan Steiner, Geschäftsführer Pontresina Tourismus, ersetzt.

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