Selina Gasparin gewinnt den 15. Engadiner Frauenlauf

Bei sehr guten Wetter- und Schneebedingungen gewann Selina Gasparin (Pontresina) den 15. Engadiner Frauenlauf von Samedan nach S-chanf. Auf dem letzten von 17 Kilometern überspurtete sie die Siegerin 2012, Antonella Confortola (Italien) und Rahel Imoberdorf (Münster/VS), welche für ihre Führungsarbeit Tribut zollten. Aita Gasparin (Pontresina) wurde Vierte, Vorjahressiegerin Ursina Badilatti (Poschiavo) Zehnte. Mit erstmals 1033 Klassierten verzeichnete der Frauenlauf einen neuen Rekord.

Schon nach der Flugplatzebene bei Samedan war klar, dass die Siegerin wohl aus einer Elfergruppe mit allen Favoritinnen hervorgehen würde. An der Spitze installierten sich Rahel Imoberdorf, Antonella Confortola und Selina Gasparin. Als Ursina Badilatti bei Bever als Vierte abreissen lassen musste, reagierte nur Aita Gasparin und kämpfte sich wieder heran. Um ihr zu helfen, riskierte ihre Schwester Selina selbst den Anschluss an die Spitze: "Als ich realisierte, dass Aita heranzulaufen versucht, liess ich mich etwas zurückfallen."

Das riskante Rezept ging vorerst auf; fortan führte eine Vierergruppe mit den beiden Biathletinnen das Rennen an. Nach einer weiteren Tempoverschärfung bei Zuoz konnte Aita Gasparin dann allerdings nicht mehr mithalten: sie wurde am Ende Gesamtvierte und gewann die Kategorie U20. Ihre Schwester Selina hatte sich das Rennen geschickt eingeteilt und auf Führungsarbeit weitgehend verzichtet – schliesslich läuft sie am Donnerstag bereits wieder einen Biathlon-Weltcup in Slowenien.

Ihre Strategie funktionierte: "Ich kenne die Hügel zwischen Zuoz und S-chanf wie meine Westentasche", lächelte die Siegerin im Ziel. "Auf dem letzten Hügel konnte ich angreifen und kam so mit mehr Geschwindigkeit in die Abfahrt". Rahel Imoberdorf musste sich schon vor dem Einlauf ins Zielgelände geschlagen geben und wurde mit 21 Sekunden Rückstand Dritte. Die bis dort Führende, Antonella Confortola, hatte dem unwiderstehlichen Endspurt der Pontresiner Biathlon Silbermedaillengewinnerin von Sotschi nichts mehr entgegen zu setzen – sie verlor am Ende 3,1 Sekunden.
Die Siegerzeit von 45.50,1 Minuten ist zwar keine Rekordzeit, aber ein wichtiger Rekord fiel dennoch: Erstmals verzeichnete der Engadiner Frauenlauf über 1'000 Klassierte – 1033 Frauen erreichten das Ziel. "Der Erfolg des Frauenlaufs macht uns sehr stolz", freut sich OK-Präsident Ivo Damaso über den neuen Rekord. "Die etwas weniger anspruchsvolle Strecke, die einmalige Atmosphäre und die wunderbare Landschaft ziehen jedes Jahr mehr Läuferinnen an."

Mit dem Frauenlauf ist die Engadiner Skimarathon-Woche richtig lanciert: Der Mittwochnachmittag steht im Zeichen des Jugendsprints, am Donnerstag begrüsst Marathon-Europameister Viktor Röthlin zum Sportsymposium und am Freitag findet der traditionelle Nachsprint statt. Am Sonntag, 9. März starten dann rund 13'000 Läuferinnen und Läufer zum 46. Engadin Skimarathon – wegen des vielen Schnees aus einem geänderten Startgelände in Maloja.

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